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Terry Fox

geboren 1943 in Seattle, Washington (USA)
gestorben 2008 in Köln (DE)

1961
Abschluss an der Issaquah High School. Arbeitet ein Jahr bei Boeing, um Geld für einen Studienaufenthalt in Rom zu verdienen. Besuch von Kursen an der Cornish School Of Allied Arts, Seattle.

1962
Terry Fox reist erstmals nach Europa. Es folgt ein einjähriger Aufenthalt in Rom; er studiert für kurze Zeit an der dortigen Accademia delle Belle Arti, bis diese wegen Streiks geschlossen wird.

1963
Umzug nach San Francisco. Terry Fox widmet sich der Malerei; er ist inspiriert von Arthur Rimbaud. Er arbeitet für den U.S. Postal Service und spart Geld, um nach Europa zurückzukehren.

1967
Mehrmonatiger Aufenthalt in Amsterdam. Erste Aktionen. Fluxus und De-Collage-Publikationen beeinflussen Terry Fox. Dust Exchange mit William T. Wiley, eine Staub-Tausch-Aktion zwischen Europa und den USA.

1968
Einjähriger Aufenthalt in Paris. Es entstehen Bilder und Zeichnungen, Straßenaktionen und prozessuale Skulpturen. Antonin Artaud wird zur Inspirationsquelle für Terry Fox. Art Deposit, Aktion, Köln: Terry Fox lässt all seine Bilder in einem Depot der Galerie Rudolf Zwirner zurück, ohne den Galeristen zu informieren. Er verabschiedet sich damit endgültig von der Malerei, der er sich zehn Jahre lang intensiv gewidmet hatte.

1969
Rückkehr nach San Francisco. Public Theater, eine Serie von Straßenaktionen in San Francisco und Köln, die Terry Fox mit Plakaten bewirbt.

1970
Terry Fox beginnt, mit Klang als künstlerischem Material zu arbeiten. Erste Einzelausstellung in der Reese Palley Gallery, San Francisco (zwei Audiotape-Loops kommen zum Einsatz; Corner Push, Aktion). Levitation, Aktion, Richmond Art Center, Richmond, Kalifornien. Defoliation, Aktion als Kritik am Vietnamkrieg, im Rahmen der Vernissage der Gruppenausstellung The Eighties, University Art Museum, University of California, Berkeley. Gemeinsame Aktion, Isolation Unit, mit Joseph Beuys im Keller der Kunstakademie Düsseldorf. Der Künstler und Kurator Tom Marioni gründet in San Francisco den alternativen Ausstellungsraum Museum of Conceptual Art (MOCA), in dessen Umfeld Terry Fox fortan aktiv ist; Teilnahme an Sound Sculpture As (Gruppenausst.) und Body Works (Videoausst.), Kurator: Willoughby Sharp.

1971
Stipendium: National Endowment for the Arts, Individual Artist Grant. Terry Fox kauft eine Portapack-Videokamera und Audioequipment. Turgescent Sex, Aktion/Video mit Bezug zum Vietnamkrieg. Einzelausstellung in der Reese Palley Gallery in San Francisco (Installation Hospital). Gemeinsame Aktion mit Vito Acconci und Dennis Oppenheim in der Reese Palley Gallery in New York. Es erscheinen Interviews mit Terry Fox in der New Yorker Kunstzeitschrift Avalanche (hg. von Willoughby Sharp und Liza Bear).

1972
Teilnahme an der documenta 5, Kassel (Action for a Tower Room, Aktion/Installation). In den folgenden sechs Jahren beziehen sich alle Arbeiten (Aktionen, Skulpturen, Zeichnungen) auf das Bodenlabyrinth der Kathedrale von Chartres. Konzentration auf Klang als skulpturalem Medium. Es folgen zahlreiche Aktionen mit Klaviersaiten in Europa und den Vereinigten Staaten.

1973
Erste museale Einzelausstellung, University Art Museum, Berkeley (Katalog hg. von Brenda Richardson). All Night Sculptures, Gruppenausst., MOCA, San Francisco.

1974
Stipendium: National Endowment for the Arts, Individual Artist Grant. Terry Fox produziert die Serie der Children's Tapes (34 Videobänder), ursprünglich für seinen Sohn. Einzelausst. der Children's Tapes im Everson Museum, Syracuse, New York, Kurator: David Ross.

1976
Erste Klangskulpturen und 'Instrumente' aus Klaviersaiten entstehen. Lunar Rambles, Aktion, Video und Ausst., The Kitchen, New York.

1977
Stipendium: National Endowment for the Arts, Individual Artist Grant. Terry Fox entwickelt eine Methode, mit der er Klaviersaiten der Länge nach in Vibrationen versetzen kann. Keller- und Ausstellungsräume in Kunstinstitutionen sowie Orte im so genannten öffentlichen Raum werden in Klang- und Resonanzräume transformiert. The Labyrinth Scored for the Purrs of 11 Cats, Komposition basierend auf dem Schnurren von elf Katzen. Teilnahme an der documenta 6, Kassel. Slide (on the Inn), Ausst./Aktion, Galerie Krinzinger, Innsbruck. Terry Fox lernt in Innsbruck den österreichischen Maultrommelspieler Georg Decristel kennen.

1978
Adaline Kent Award, San Francisco Art Institute, San Francisco. The World Largest Guitar, Aktion mit Klaviersaiten im Stadtraum von San Francisco. Gemeinsame Aktionen mit Georg Decristel in Bologna und Berkeley.

1979
Suono Interno, dreitägige Aktion mit Klaviersaiten in einer leer stehenden Kirche in Bologna.

1981/82
Aufenthalt in Neapel. Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Einjähriger Aufenthalt in Berlin. Zeichnungen und Partituren mit Bezug zur Berliner Mauer entstehen. Einzelausstellung im Kunstmuseum Luzern, Schweiz (Linkage, Kat. mit LP), und im Museum Folkwang, Essen (Metaphorical Instruments, Kat.).

Ab 1984
Kontinuierliche Arbeit im Bereich von Zeichnung, Skulptur, Klanginstallation, oftmals in Kombination mit Sprache und Text.

1984
Teilnahme an der Biennale di Venezia, Venedig. Gemeinsame Aktion mit Allan Scarritt in Minneapolis. Lehrtätigkeit am College of Art and Design, Minneapolis.

1985
Einzelausstellung im Kunstraum München Catch Phrases (Text-Zeichnungen), Kat., und Künstlerbuch Hobo Signs.

1987
Artist in Residence, Capp Street Project, San Francisco; Instruments to be Played by the Movements of the Earth, Einzelausst. / Artist in Residence, The Exploratorium, San Francisco. Einzelausstellung University Art Museum, Berkeley (Broschüre). Teilnahme an der documenta 8, Kassel.

1989
Het Appolohuis, Eindhoven, Niederlande: LP; Faksimile eines Skizzenbuchs Textum (Web); Audiokassette The Labyrinth Scored for the Purrs of different 11 Cats. Erste Rebus-Objekte entstehen.

1990
Locus Harmonium, Aktion auf dem Furkapass, Schweiz, im Zusammenhang mit dem Projekt Furkart.

1991
Objects (Texts)/Drawings (Texts), Einzelausst. Galerie Löhrl, Mönchengladbach, Kat.

1992
Terry Fox: Articulations (Labyrinth/Text Works), Einzelausst. Moore College of Art and Design, Philadelphia; University Art Museum, Berkeley; Otis Art Institute, Los Angeles; Santa Monica Museum, Santa Monica.

1993
gemeinsame Aktionen mit Claudine Denis in Köln und Essen.

1996
Jackson-Pollock Grant, New York. Umzug nach Köln; zuvor lebte Terry Fox einige Jahre in Liege, Belgien.

1997/1998
Teilnahme an der Gruppenausstellung Out of Actions, The Museum of Conceptual Art, Los Angeles.

1998
Terry Fox. Works with Sound, erstes Buch, in dessen Zentrum die Arbeiten mit Klang stehen (mit Texten von Bernd Schulz, Matthias Osterwold, Eva Schmidt und Terry Fox) im Zusammenhang mit der Ausstellung Ataraxia, Stadtgalerie Saarbrücken, Kurator: Bernd Schulz.

2000
Ocular Language, Terry Fox: 30 Jahre Reden und Schreiben über Kunst, Künstlerbuch mit Texten von und Interviews mit Terry Fox, entstanden im Zusammenhang mit der Ausstellung Elementary Parallelism in der Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen, Kuratorin: Eva Schmidt

2001
Terry Fox kombiniert visuelle Kunst und Literatur: es entstehen Zeichnungen, Sprachspiele, Rätsel, Objekte, Skulpturen, Klanginstallationen.

2002
Vocale Vocale, Textinstallation basierend auf einem Gedicht von Arthur Rimbaud und dessen Konzept der Synästhesie, Gallery e/static, Turin.

2003
(RE/DE) CONSTRUCTIONS & c., Retrospektive, Kunsthalle Fridericianum, Kassel, Kat., Kuratoren: René Block und Nikola Dietrich.

2004
The Salt Herring, Text- und Klanginstallation basierend auf einem Gedicht von Charles Gros, VOXXX, Chemnitz. Kurator: Carsten Seiffarth

2005
Terry Fox unterrichtet am San Francisco Art Institute.

2006
Artist in Residence, Worpswede.

2007
Illuminations, Einzelausst., Ronald Feldman Fine Arts, New York: Zeichnungen und Objekte mit Texten, inspiriert von u.a. Raymond Roussell.

2008
Artist in Residence, Quartier 21, Wien, 8-Kanal-Klanginstallation Acousticks. Gruppenausst. "Looking for Mushrooms", Beat Poets, Hippies, Funk, Minimal Art San Francisco 1955-1968, Museum Ludwig, Köln.